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25.11.2016 - Detmold

Akademie der Lesenden Künste



Grimms Märchen

Lesen ist ein endloser Prozess, der ins Unbekannte und Unerkannte führen kann. Die Akademie der Lesenden Künste vermittelt ein Verständnis literarischer Texte und sprachlicher Kunstwerke, die weitere Dimensionen als die der Interpretation, des Deutens und Bedeutens sowie der Inhaltsanalyse betrachtet. Sie macht auf das Gefüge der Sprache, die sinnliche Qualität und die ästhetische Einheit vom Form und Stoff aufmerksam. Unter Leitung des Schriftstellers Franz Josef Czernin, der Schauspielerin Krista Birkner und der Harfenistin Florence Sitruk betrachten die Teilnehmer 8. Meisterklasse der Akademie der Lesenden Künste [25. bis 27. November 2016] u.a. die Märchen "Des Herrn und des Teufels Getier", "Der süße Brei", "Der goldene Schlüssel" sowie "Der Sperling und seine vier Kinder" und ihre Verwandlungen. Lesungen, Konzerte und Improvisationen kommentieren und kontrapunktieren die Gespräche.

Denn man weiß noch nicht, was Sprache ist, und angesichts der Poesie von Grimms Märchen wird offenkundig, dass man auch sonst so gut (oder so schlecht) wie gar nichts weiß, dass die Welt ein phantastisches Geheimnis ist, das in den Märchen dargestellt ist und vielleicht auch durchdrungen zu werden verlangt. Diese Märchen sind aber auch ein Kompendium von Redensarten und Sprüchen, von Metaphern, Figuren und Erzählformen, ein wenig sind sie auch das verwandelte Wörterbuch der Brüder. Lesen und Schreiben sind überhaupt ein wie endloses Anverwandeln, bei dem sich Fragen über Fragen stellen: Nach der Aufgabe des Fiktionalen, nach dem Verhältnis der Märchen zur Wahrheit, Wirklichkeit und Gesellschaft, zu Rationalität und Wissenschaft ebenso wie nach Beziehungen zu anderen Texten und nach literaturgeschichtlicher Zeit. Nachdenken und Deuten, Wieder- und Widerlesen und -schreiben sind vielleicht Momente einer Suche nach Ersehntem oder einer Flucht von dem immer schon Gefürchteten.

Die Akademie der Lesenden Künste richtet sich an alle, die mit Sprache arbeiten, sie übersetzen und vermitteln. Sie lädt junge Erwachsene, Gymnasiasten und Studenten, aber auch Erzieher und Lehrende, Kritiker und Journalisten, Übersetzer sowie Literaturvermittler dazu ein, sich intensiv mit Literatur und den Möglichkeiten der poetischen Sprache auseinanderzusetzen und vertraut zu machen. Junge Menschen, gerade auch aus dem Ausland, werden durch die Vergabe von Stipendien in besonderer Weise zur Teilnahme angesprochen.



Weiteres:
  • Übernachtung wenn gewünscht
  • Schüler und Studenten können formlos ein Stipendium beantragen, das sämtliche Teilnahme- und Aufenthaltskosten deckt. Bitte schicken Sie dafür einen Studiennachweis sowie ein kurzes Motivationsschreiben an beimdiek@remove-this.literaturbuero-owl.de
  • Weitere Infos: Literaturbüro OWL, Lea Beimdiek, Tel. 05231/3080210